Restauration der Karosserie des 911 SC Targa und Neulackierung in original Farbe

Nachdem ich dem Motor eine Verjüngungskur spendiert habe, war nun die Karosserie an der Reihe. Die original Farbe des Targas war hellblau-metallic (30T). Das gefällt mir ohnehin viel besser. Indisch-rot war nie mein Favorit.

Der Schrauber meines Vertauens hat mir einen Spengler empfohlen. Die beiden kennen sich seit Jahren und er lässt seine Elfer auch nur dort instand-setzen.

 

Wir beide haben uns dann einmal getroffen. Innerhalb der ersten 3 Minuten hatte ich keine Zweifel mehr:

Der Mann ist mit Herz dabei und hat sich auf 911 (F-und G-Modelle) spezialisiert. Bei einem weiteren Besuch in seiner Werkstatt wurde die Vorgehensweise sowie der Kostenrahmen besprochen.

Der deal wurde per Handschlag besiegelt.

 

Der Spengler macht keine halben Sachen und schon gar keine Gefangenen, wie ich 4 Tage später durch Fotos via textmessage von ihm erfuhr ....


13.10.2015

Die Karosserie machte einen guten Eindruck. Bisher wurden keine gröberen Rostnester entdeckt. Hier und da konnte man den original Lack erkennen. Als nächsten kam der Trockeneistrahler an die Reihe.


21.10.2015

Nachdem der Wagen wieder zurück war: Erleichterung. Noch immer kein Rost in Sicht ....

Jetzt muss der ganze alte Kram runter ... - viel Fummelarbeit. Der Spengler hat den Wagen zwischendurch nochmals zum Strahler gebracht um die kotflügelinnenseitigen Bleche ein weiteres Mal zu bearbeiten. Das alte Zeug war fast nicht abzubekommen ....

Wenn es Rost hat - dann wird er sich die nächsten Tage herausstellen.


23.10.2015

Glück muss man haben - nachdem es mich im Frühjahr bei dem Motor verlassen hatte - kam es hier zurück. Kein Rost. Schweller gut, Schlossblech gut, Radläufe gut. Einzig ein kleiner Frass am oberen Teil des Schlossbleches in der Höhe wo der Targabügel sitzt. Nichts wildes. Wird gemacht.


27.10.2015

Einige Teile der Karosse sind bereits soweit, dass die Grundierung aufgetragen werden kann - der Vorderwagen sowie der Unterboden.


17.11.2015

Inzwischen ist die Karosserie soweit von dem alten Lack befreit dass der Neuaufbau des Lackes beginnen kann. Karosserieanbeuteile wie Motorhaube, Kofferraumdeckel, Türen, die vorderen Kotflügel als auch diverse Kleinteile werden sich morgen auf dem Weg ins Säurebecken machen .... -

Der Spengler meines Vetrauens meinte: So etwas hätte er noch nicht gesehen. Er hat schon viele 911-Karossen gemacht - und immer wären irgendwo Rostnester gefunden worden. Der hier (also meiner :-) sei in einem sensationellen Zustand.

Ich beschwere mich mal nicht.


25.11.2015

Als nächsten Antidröhn .... schön schaut's aus ....


04.12.2015

Der Spengler hat damit begonnen, den Unterboden und die nicht sichtbaren inneren Karosserieteile mit dem original Lack zu lackieren. Alle sichtbaren Teile werden später von einem Lackierer seines Vertrauens lackiert.

Er schickte mir heute abend ein paar Bilder ...

Das hellblau-metallic kommt bei den Lichtverhältnissen und dem Blitz nicht richtig rüber. Am ehesten trifft das erste Foto den Farbton.

Da die Vorderachse so gelangweilt auf einer Euro-Palette rumlümmelte  - habe ich ein paar Bilder von Ihr gemacht. Nachdem sie mit dem Dampfstrahler etwas aufgehübscht wurde, macht sie einen tadellosen Eindruck.


Beheizte Garage gefunden ....

Auf der Suche nach einer beheizten Garage habe ich endlich Glück gehabt. Grosses Glück:

Neben dem Haus, in dem ich wohne, wurde eine Einzelgarage in einer Doppelgarage frei. Die beiden Garagen sind lediglich durch einen Zaun voneinander getrennt.

Die Garage wird eher "zufällig" beheizt, da Heizungsrohre an der Decke der Garage verlaufen, die nicht isoliert sind. Die Garage ist auf Bodenhöhe. Darüber sind Wohnungen, darunter der Keller.

Die Meinungen bzgl. beheizter Garagen für Oldtimer gehen ja auseinander.

 

Metall rostet nur, wenn genügend Feuchtigkeit vorhanden ist, so dass H2O als Elektrolyt wirken kann.

Erst ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von ca. 60% beginnt Metall an zu rosten. Ziel muss also neben der Konservierung des Metalls sein, die relative Luftfeuchtigkeit unter 60% zu halten.

 

Die relative Luftfeuchtigkeit hängt von der Temperatur (und dem Luftdruck, den wir hier mal vernachlässigen) ab.

Kalte Luft im Herbst, im Winter und im Frühjahr hat bei feuchter Wetterlage in der Regel eine hohe Luftfeuchtigkeit, wie man unschwer morgens am Nebel oder an den beschlagenen Autoscheiben erkennen kann.

Wenn diese feuchtigkeitsgeschwängerte Luft nun in die beheizte Garage gelangt, dann erwärmt sie sich und damit sinkt die relative Luftfeuchtigkeit, da warme Luft mehr Feuchtigkeit als kalte aufnehmen kann.

 

Ich habe mir ein Funk-Hygrometer zur Überwachung der relativen Luftfeuchtigkeit gekauft und in der Garage deponiert.

Ergebnis: In den letzten Wochen ist die relative Luftfeuchtigkeit in der Garage nie über 50% gestiegen. Selbst wenn die Temperatur draussen um den Gefrierpunkt lag und Nebel durch die Strassen waberte, so lag die Temperatur in der Garage bei +/- konstanten 16° Celcius und die relative Luftfeuchte immer zwischen 40-50%.

 

Das Garagentor verfügt über zwei kleine Kippfenster, die ich immer geöffnet halte.

Spannend wird es im Frühjahr: Wenn der 11er wieder fahrbereit ist und die Temperatur der Karosserie tiefer ist, als die Temperatur in der Garage (nach einer Spritztour), dann müsste sich den physikalischen Gesetzten zufolge, Kondensfeuchtigkeit auf der Karosserie bilden, wenn der "kalte" Wagen in der wärmeren Garage abgestellt wird.

 

Mit anderen Worten: Es entsteht dort genügend Feuchtigkeit um den Oxidationsprozess des Eisen anzustossen, wo man ihn definitiv nicht haben möchte: In den Hohlräumen, dort wo sich auch sonst noch so einiges sammelt.

Da ich einiges in den Neuaufbau der Karosserie und in deren Konservierung investiert habe und investieren werde, möchte ich den 11er zuküftig in einer Umgebung von max 55% Luftfeuchtigkeit geparkt wissen.

Damit schläft es sich besser.

 

Auf der Suche nach geeigneten Systemen (es gibt ja einiges, wie Carcoon©, Permabag©, etc), die mit Hilfe einer permaneten Luftzirkulation die Kondenswasserbildung zu verhindern versuchen, habe ich mich dazu entschlossen, dem 11er im Frühjahr 2016 ein Carcoon© Indoor veloce System zu gönnen. Da kann man einfach raus- und wieder reinfahren und der 11er ist mal grundsätzlich gegen Schmutz und Staub geschützt.

 

Um die relative Feuchtigkeit unter 55% zu halten, werde ich in dem Carcoon© Zelt Luftentfeuchter in Form von Silicagel in ausreichender Menge deponieren.

Wieviel Silicagel es dafür braucht, wie lange das Silicagel benötigt um gesättigt zu sein und auf wieviel Prozent relative Luftfeuchtigkeit die Luft im Innern des Zeltes gehalten werden kann - dies muss ich empirisch herausfinden. Ich werde berichten.

 

Optimal wäre ein System, welches kontrolliert Stickstoff in ein Zelt einspeist und den Sauerstoff verdängt. Dann hätte der Rost nicht wirklich eine Chance. Na ja ..., man kann's auch übertreiben. Cool wärs trotzdem.

 


21.12.205

Die Karosserieteile sind vom Entlacken und Entrosten zurückgekommen....Ich war heute abend bei dem Carrossier meines Vertrauens und habe mir die Karrosserieteile angeschaut und ein paar Fotos gemacht.

Die Teile wurde zuerst 2 Tage in einem Lösungsmittelgemisch getaucht und anschliessend mit Hochdruck gewaschen. Danach wurden sie in inhibierter Phosphorsäure entrostet. In einem dritten Arbeitsschritt wurden alle Teile in einem 2-Komponenten Washprimer gebadet und damit passiviert, d.h. gegen Rost geschützt. Daher auch die grüne Farbe. Der Washprimer fliesst bei dem Bad in jede Ecke und Ritze.

Rostlöcher waren an den Karrosserieteilen keine zu erkennen. Wie auch das Chassis, befinden sich die Teile in einem sehr guten Zustand. Auf dem ersten Foto (Kofferraumhaube) schön zu erkennen ist, dass dort einmal zusätzliche Rallyescheinwerfer montiert waren. Die zur Befestigung nötigen Löcher wurden (wann auch immer) mehr schlecht als recht wieder geschlossen und anschliessend mit unnötig viel Lack übertünscht.

Ebenfalls gut zu erkennen sind die Löcher, die zur Befestigung der Heckflosse in den Motordeckel gebohrt worden sind. Ich habe mich dazu entschlossen, wieder die original Motorhaube zu verwenden. Die andere, die ich gebraucht gekauft habe um einen Motordeckel ohne Flosse zu montieren, werde ich ebenfalls in Originalfarbe lackieren lassen und mir dann ins Wohnzimmer hängen. :-)

Die Stossstangen sind aus Aluminium. Ich habe mich noch nicht entschlossen, ob ich die Löcher für die Nebellampen endgültig schliessen lassen, - oder mit entsprechenden Stöpseln, die ebenfalls lackiert werden, visuell verschliessen soll. Falls ich den Wagen irgendwann einmal verkaufen sollte, kann der neue Besitzer ja immer noch wieder Löcher zur Befestigung der Nebellampen bohren.

Die Lampenringe sind aus Messing. Da waren Unmengen an roten Lack draufgepinselt ...


28.01.2016

Über Weihnachten und Neujahr hat sich nicht viel getan. Heute abend war ich seit Wochen nochmal bei dem Spengler meines Vertrauens um zu schauen, ob die bestellten Notsitzpolster passen.

Sie passen!

 

Inzwischen ist wieder einiges gemacht worden:

- der komplette Teppich wurde entfernt und anschliessend professionell gesäubert. War nicht billig, hat sich aber gelohnt. Sieht aus wie neu. Sieht man auf den Foto aber nicht richtig.

- Die kleine Roststelle unterhalb des Targabügels wurde entfernt und geschlossen.

- die Windschutz- und Heckscheibe ausgebaut.

- Die Stellen, an denen früher mal die Seitenblinker fake-mässig befestigt waren, wurden fachmännisch geschlossen (der frühere Lackierer hat das mehr schlecht als recht gemacht).

 

An einigen Stellen ist nach etwas rote Farbe zu sehen - die muss noch entfernt werden und dann geht es zum Lackierer.

 


02.04.2016

Es geht langsam weiter ... - die Karosse ist jetzt komplett grundiert.

Hier der Tank - vorher nachher.

Und die Karosse, Kotflügel, Kofferraumhaube, Türen und diverse Kleinteile ...


06.04.2016

War heute nochmal bei Spengler meines Vetrauens. Der Kofferraum ist inzwischen lackiert und die neuen Ölleitungen geliefert worden. Der Ölkühler sieht noch 1A aus. Als nächstes wird der Motor und das Getriebe wieder eingebaut. Anschliessend wird der Rest lackiert.


29.01.2017

Inzwischen ist jede Menge Zeit vergangen. Die Lackierung des Targas hat sich hingezogen. Gut Ding hat Weile .. - und da es klar war, dass der Wagen nicht in der letzten Sommer-Saison fertig werden würde, habe ich eingewilligt, dass man sich damit Zeit lässt.

 

Jetzt, fast ein Jahr später geht es endlich weiter. Der Targa ist komplett neu lackiert: in hellblau-metallic (30T)  - so wie er ausgeliefert worden ist.

Jetzt wartet er und ich auf seinen Zusammenbau.

 

Alle Anbauteile liegen bereit. Eine Liste der zu bestellenden Teile wurde erstellt.

Der 11er sollte Anfang Mai fertig sein!

 

18.03.2017

War heute wieder beim Spengler um mit einem Spezi das Blaupunkt Radio einzubauen.

Beim Durchstöbern der Kisten, in denen alles sortiert eingelagert wurde, während der Targa für die Karosserieaufbereitung und Lackierung demontiert wurde, habe ich die originale Werkzeugtasche mit Werkzeug : ) gefunden.

Der enthaltene Keilriemen ist laut Angabe vom 03.02.1993. Von einer Verwendung würde ich erstmal abraten. ; )

Es geht, langsam aber sicher, weiter vorwärts. Einige der bestellten Teile sind bereits angekommen. Andere sind noch unterwegs und werden innerhalb der nächsten 2 Wochen geliefert.